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	<title>Freiheitskämpfer &#8211; Schützenpalaver</title>
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	<title>Freiheitskämpfer &#8211; Schützenpalaver</title>
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		<title>Rupert Wintersteller (1773-1832)</title>
		<link>https://schuetzenpalaver.tirol/rupert-wintersteller-1773-1832/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Woloschyn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2021 17:56:31 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freiheitskämpfer]]></category>
		<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>
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					<description><![CDATA[Zu den markantesten Schützenanführern in den Tiroler Freiheitskriegen 1796 bis 1809 gehört der Schützenmajor Rupert Wintersteller aus Kirchdorf i. T. Rupert Wintersteller wurde am 25. Jänner 1773 in Kirchdorf i. T. geboren. Er wollte sich seiner tapferen Vorfahren, Ur- und Großvater, wehrhaft und würdig zeigen und trat 23jährig bereits 1796 seine Schützenlaufbahn an. Noch im [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Zu den markantesten Schützenanführern in den Tiroler Freiheitskriegen 1796 bis 1809 gehört der Schützenmajor Rupert Wintersteller aus Kirchdorf i. T.</p>
<p>Rupert Wintersteller wurde am 25. Jänner 1773 in Kirchdorf i. T. geboren. Er wollte sich seiner tapferen Vorfahren, Ur- und Großvater, wehrhaft und würdig zeigen und trat 23jährig bereits 1796 seine Schützenlaufbahn an. Noch im gleichen Jahr zog er unter Hauptmann Josef Schlechter von Kitzbühel mit der ersten Scharfschützenkompanie des Gerichtes Kitzbühel ins Engadin, den Vinschgau, dann ins Etschtal, wo er die siegreichen Kämpfe bei Faedo und Calliano mitmachte. Am 12. Februar 1797 rückte er als Leutnant der Kitzbüheler Scharfschützen über den Brenner wieder ins Etschtal vor, beteiligte sich an den Kämpfen bis Salurn. Für Mut und Ausdauer erhielt der junge Leutnant Wintersteller die Große Silberne Tapferkeitsmedaille.</p>
<p>Mit gleichem Eifer nahm Rupert Wintersteller bei den Schützenauszügen im Jahre 1800 teil und kämpfte am 19., 21. und besonders 24. Dezember gegen die aus Salzburg eindringenden Franzosen bei Melleck und am Jettenberg. Für diesen mannhaften Anteil am siegreichen Abwehrkampf 1800 wurde er vom Kirchdorfer Schützenhauptmann Georg Reischer zum Oberleutnant befördert.</p>
<p>In den folgenden Jahren benützte Wintersteller jede Gelegenheit, die Kirchdorfer Schützen im Schießen eifrigst auszubilden. Er kaufte aus seinem Vermögen Gewehre, Pulver und Blei, schenkte davon viel den ärmeren Schützen. Wintersteller war im Jahre 1805 mit seinen Schützen gerüstet, die vom Feind bedrohten Landesgrenzen bei Kössen und am Pass Strub zu verteidigen.</p>
<p>Als Hauptmann der Kirchdorfer Schützen stand er im Oktober 1805 bei Kössen, eilte aber am 1. November seinem guten Kampfgefährten, Scharfschützenhauptmann Joseph Hager von Oberndorf, am Pass Strub zu Hilfe.</p>
<p>Am frühen Morgen des 2. November 1805 erfolgte der Angriff des bayerischen Generals Deroy mit großer Übermacht. Schützen und Landsturmmänner, namentlich aus Kitzbühel, unter den Hauptleuten Hager, Wintersteller und Oppacher, die St. Johanner Schützen unter Georg Reischer und die Kirchdorfer unter Hauptmann Johann Gruber, haben zwei Tage am Pass Strub im Verbande mit Militär, Graf St. Julien, Miliz, Graf Wolkenstein heldenhaft gekämpft und den Durchbruch des Feindes nach Tirol mit großen Opfern abgewehrt.</p>
<p>Der großen Siegesfreude der tapferen Freiheitskämpfer folgte bald der Preßburger Friede<br />
(26. Dezember 1805) und damit die Übergabe Tirols an Bayern. Schweigend ergab sich Rupert Wintersteller in das unverdiente Geschick und ertrug mit innerem Groll die harten Verfügungen der bayerischen Regierung. Er vergaß aber nie den Artikel 8 des Preßburger Friedens, der dem Land Tirol die Verfassung, alte Rechte und Privilegien zusicherte.</p>
<p>Schon im September 1806 besuchte ihn der ihm gut bekannte Andreas Hofer. Oft kamen Wintersteller, die Hauptleute Hager, Reischer, Oppacher und der Kitzbüheler Schützenkommandant Josef Schlechter zu geheimen Lagebesprechungen zusammen. Andreas Hofer hat zu Jahresbeginn 1809 auf seiner Hin- und Rückfahrt nach und von Wien beim &#8222;Bärenwirt&#8220; in St. Johann mit Rupert Wintersteller den Tiroler Volksaufstand vertraulich besprochen.</p>
<p>Am 11. April 1809 erhielt Wintersteller von Andreas Hofer die Nachricht: &#8222;Jetzt geht&#8217;s los!&#8220; Seine erste Aufgabe war, die bayerische Besatzung in der Stärke von 1200 Mann zu überrumpeln und gefangen zu nehmen. Dies erfolgte gleich in der Nacht zum 12. April völlig kampflos. In St. Johann wurde diese Aktion von Wintersteller mit seinen Schützen selbst durchgeführt und 180 Mann gefangengenommen.</p>
<p>Die in Kitzbühel von Schützenmajor Josef Schlechter und in der weiteren Umgebung gefangenen Soldaten &#8211; über 1250 Mann &#8211; wurden über Lofer nach Salzburg gebracht. Mit der Eskorte wurde Schützenoberleutnant Thomas Reischer betraut. Rupert Wintersteller hat auf eine humane Behandlung der unschuldig Gefangenen besonderen Wert gelegt. Dies kam ihm in der weiteren schweren Zeitfolge noch sehr zugute.</p>
<p>Das war für den Volksaufstand ein guter Anfang, aber Wintersteller sah schwere Zeiten kommen. Er setzte sich sofort mit den Schützenhauptleuten des Gerichtes Kitzbühel und mit dem Schützenkommandanten des Gerichtes Kufstein, Major J. Sieberer, in Verbindung, um für die Landesverteidigung in diesen Grenzabschnitten und Belagerung der Festung Kufstein gemeinsam alle taktischen und örtlichen Vorbereitungen zu treffen. Die Schützenhauptmänner in den Gerichtsgemeinden Kitzbühel haben Wintersteller als kampfbefähigten Anführer anerkannt, dies umso mehr, da Schützenhauptmann Joseph Hager im Jahre 1808 im Alter von 43 Jahren gestorben war. Als der k.k. Intendant von Roschmann in diesem vom Feind unmittelbar bedrohten Grenzraum Kössen eintraf, wurde Rupert Wintersteller zum Major und Distriktskommandanten der gesamten Schützen- und Landsturmmannschaften des Landgerichtes Kitzbühel ernannt. Der Schwerpunkt der Verteidigung wurde von Roschmann und Wintersteller auf die mehr offene Landesgrenze bei Kössen verlagert, weil dort durch Scheinmanöver und falsche Nachrichten der feindliche Angriff erwartet wurde. Leider ließ sich Wintersteller von der Unrichtigkeit dieser Annahme zu spät überzeugen. Auch den alarmierenden Verstärkungsbitten der Pass-Strub-Schützenkommandanten, Hauptmann Anton Oppacher, Jochberg, und Hauptmann Josef Hechenberger, Bürgermeister von Kitzbühel, wurde zuerst kein Gehör geschenkt. Erst als der Geschützdonner immer stärker vom Pass Strub her brummte, wurde der verhängnisvolle Irrtum erkannt.</p>
<p>General Wrede rückte am 11. Mai 1809 &#8211; Christi-Himmelfahrts-Tag &#8211; mit 18.000 Mann und mehreren Kanonen gegen den Pass Strub vor und griff den nur schwach besetzten Grenzpass mit überlegener Waffenwirkung an. Die tapferen Verteidiger, Oppacher und Hechenberger, haben mit einem Häuflein Schützen, Landsturmmännern und Soldaten den wütenden Ansturm des Feindes neun Stunden abgewehrt, mussten aber schließlich der großen Übermacht mit schmerzvollen Opfern (87 Tote) weichen.</p>
<p>Der Feind verlor bei diesem Angriff rund 1000 Mann an Toten und Verwundeten, rückte aber an diesem Tag noch bis Waidring vor. Oppacher und Hechenberger, auf gefahrvollen Umwegen noch in die Gegend von Waidring/Erpfendorf gekommen, unterrichteten Wintersteller und Roschmann über die überwältigende Stärke und Bewaffnung des Feindes und des aussichtslosen Widerstandes. Diese Ratschläge wurden unwillig angehört. Major Wintersteller, von Roschmann entsprechend angefeuert, sah den Kampf noch nicht verloren. Er rückte mit den noch aufgebotenen Mannschaften gegen Waidring vor und wollte bis zum Eintreffen der von Feldmarschall-Leutnant v. Chasteler und General Fenner versprochenen k.k. Truppen den vorrückenden Feind aufhalten. Zu diesem Abwehrkampf standen dem Oberkommandanten Wintersteller nur 700 Schützen, rund 1000 Landsturmmänner vom Gericht Kitzbühel, davon 200 Brixentaler, und 40 tapfere Weibsbilder von St. Johann und Kitzbühel zur Verfügung. Die bayerisch-französische Armee unter General Wrede trat am 12. Mai 1809, gegen 4 Uhr morgens, mit einer starken Streitmacht wieder zum Angriff an und rückte gegen Erpfendorf vor. Mehrere Stunden dauerte dieser Kampf der tapferen Schützen und des Landsturmaufgebotes gegen die kriegsgeübten und gut bewaffneten Feindtruppen. Auf beiden Seiten waren bittere Verluste an Toten und Verwundeten zu beklagen. Aller Mut und Kampfeswille schwand aber, als die Nachricht verbreitet wurde, Chasteler und Fenner haben sich, statt Hilfe zu bringen, aus dem Kampfgebiet abgesetzt und über Söll nach Wörgl zurückgezogen. Major Wintersteller befahl nun notgedrungen den Rückzug seiner Schützen und Landsturmmänner, der vom Schützenhauptmann Thomas Reischer, Kirchdorf, gedeckt wurde. Für Rupert Wintersteller kam der folgenschwerste und opfervollste Tag in seinem Leben. Er flüchtete vom Kampfplatz mit dem k.k. Intendanten von Roschmann auf den Aberg bei Erpfendorf. Von dort aus musste der Landesverteidiger Wintersteller die barbarische Rache des Feindes, den Untergang seines Heimatdorfes und seines eigenen Besitzes, mit ansehen. Ihm allein verbrannten 17 Gebäude, davon sein großer Gasthof und vier andere Häuser.</p>
<p>Ganz Kirchdorf war bis gegen Mittag ein Flammenmeer, aus dem wie durch ein Wunder nur mehr der völlig unversehrte Kirchturm emporragte. Dabei musste Wintersteller auch um das Leben seiner Familie bangen, die er erst nach mehreren Tagen fand. Er musste mit seinen treuen Mitkämpfern in den Bergen herumirren und war gezwungen, das abgebrannte Dorf zu meiden, da der Feind auf seinen Kopf einen Blutpreis von 100 Dukaten gesetzt hatte. Er konnte sich aber ohne Furcht vor Verrat auf den naheliegenden Almen aufhalten und fühlte sich gesichert durch die ihm gezollte Achtung und Liebe seiner Landsleute. Wintersteller fasste wieder Mut und schrieb scherzend an Andreas Hofer, dass er froh sei, die von seinem Urgroßvater erbeutete bayerische Trommel aus dem Jahre 1703 gerettet zu haben.</p>
<p>Von Andreas Hofer erhielt Wintersteller am 31. Mai 1809 aus Rattenberg den Befehl, sich eiligst nach Kössen und Walchsee zu begeben, um die feindliche &#8222;Retirade&#8220; zu verhindern. Er übernahm das Oberkommando über das neuerliche Schützenaufgebot des Gerichtes Kitzbühel und erkundete die bedrohte Lage im ganzen Grenzgebiet jetzt mit Schwerpunkt Pass Strub. Als nach dem Waffenstillstand von Znaim Marschall Lefebvre am 27. Juli 1809 mit einer starken Streitmacht von 15.000 Franzosen, Bayern und Sachsen an den Pass Strub heranrückte, ließ Wintersteller im Einvernehmen mit den entsandten Parlamentären die &#8222;Lefebvre Truppen&#8220; unbehelligt durchziehen, da in dieser Situation ein Abwehrkampf der auf sich allein gestellten Schützen- und Landsturmkompanien des ohnehin schon schwer heimgesuchten Gerichtsbezirkes Kitzbühel aussichtslos gewesen wäre. Dieser Kapitulationsentschluß trug Wintersteller bei Andreas Hofer zwar kein besonderes Lob ein.</p>
<p>Am 24. September 1809 marschierten 4300 Tiroler Schützen an die wieder bedrohte Kitzbüheler Gerichtsgrenze. Die Inn- und Brixentaler Schützen kommandierte Major Speckbacher, der über Lofer nach linken vorrückte. Wintersteller marschierte mit seinem Schützenaufgebot von Kössen über Winkelmoos in die Angriffsrichtung Unken, wo er am nächsten Tag im erbitterten Kampf um den Friedhof eine seiner größten Waffentaten vollbrachte.</p>
<p>Am 14. Oktober überantwortete der Wiener Friede das Land Tirol an Bayern. Eine Kriegsmacht von 25.000 Mann rückte gegen das Tiroler Unterland heran. Wintersteller, der die schreckliche Lage erkannte, war für die Fortsetzung des Kampfes nicht mehr zu haben, versuchte mit Oppacher auf die Schützen beruhigend einzuwirken und bewahrte so die Gegend vor weiterem Blutvergießen und schweren Gewalttaten. Er selbst flüchtete zu seinem Waffenkameraden Oppacher nach Jochberg. Beide mussten sich am 9. Dezember 1809 einem Kriegsgericht stellen, wurden aber freigesprochen, da sie nach dem letzten Friedensschluss nicht mehr gekämpft haben.</p>
<p>Schützenmajor Rupert Wintersteller, früher der reichste Mann des Dorfes, war durch die Vernichtung seiner 17 Häuser (12. Mai 1809) ein Bettler geworden. Die goldene Kette und Medaillen der Vorfahren musste er verkaufen, um noch leben zu können. Die Erschießung Andreas Hofers traf ihn zutiefst, er war ein seelisch gebrochener Mann. Bei einer Kaiseraudienz in Wien im September 1810 erhielt Wintersteller für sich und die Hinterbliebenen gefallener Schützen 10.000 Gulden. Nach dem für Napoleon und seine Verbündeten unglücklichen Feldzug in Russland befürchtete Bayern eine neuerliche Volkserhebung in Tirol. Aus diesem Grunde wurden auch die bekannten Schützenanführer in Haft genommen. So wurde auch Wintersteller in Ketten gelegt, zuerst nach München und dann weiter nach Ingolstadt gebracht. In der dortigen Festungshaft musste er 216 Tage verbringen, immer den Hinrichtungstod und die Sorge um seine Familie vor Augen. Erst als Bayern am 13. Oktober 1813 von Napoleon abfiel und sich auf die Seite der Alliierten stellte, erwirkte Kaiser Franz im Vertrag von Ried mit Bayern seine Freilassung.</p>
<p>Am 8. Juni 1815 konnte Major Wintersteller dem Kaiser Franz bei seiner Durchreise in St. Johann die große Schützenparade mit 1400 Mann gehorsamst melden. Bei diesem Anlass kündigte ihm der Monarch die Verleihung der &#8222;Großen Goldenen Medaille&#8220; an, die ihm dann am 16. Juli 1815 in der Stadtpfarrkirche in Schwaz zugleich mit Major J. Speckbacher und Hauptmann J. Rainer, Söll, verliehen wurde. Am 19. Oktober 1815 kommandierte Wintersteller noch einmal die Schützen des Landgerichtes Kitzbühel bei der großen Tiroler Schützenparade mit 10.000 Mann vor dem Kaiser in Innsbruck.</p>
<p>Im Jahre 1819 erhielt Major Rupert Wintersteller eine jährliche Pension von 400 Gulden. Nach langem Siechtum verstarb Rupert Wintersteller, Vater von acht Kindern, am 30. August 1832 im Alter von 58 Jahren. Er wurde neben der Friedhofskapelle zu Kirchdorf in allen Ehren begraben. Ein einfacher Stein soll die Nachwelt an diesen großen Tiroler Freiheitshelden erinnern. Am Ortseingang von Kirchdorf steht das im Jahre 1901 errichtete Denkmal der wehrhaften &#8222;Wintersteller Schützengeneration&#8220; von 1703, 1741/42, 1796 bis 1809, das am 15. September 1901 unter der Patronanz von Erzherzog Eugen enthüllt wurde. Damit wurde dem Unterinntaler Landesverteidiger Wintersteller die gebührende Ehre erwiesen.</p>
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			</item>
		<item>
		<title>Josef Speckbacher (1767-1820)</title>
		<link>https://schuetzenpalaver.tirol/josef-speckbacher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Fabian Woloschyn]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2021 17:44:24 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freiheitskämpfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Unter den zahllosen Helden aus der Zeit der Tiroler Freiheitskämpfe stand Josef Speckbacher mit unter den ersten. Ja, was Kühnheit, rasche Erfassung der Lage und der zu treffenden Maßnahmen sowie Schlauheit anbelangt, suchte er seinesgleichen. In ihm steckten in Wahrheit Gaben, die einem richtiggehenden Feldherrn alle Ehre gemacht hätten, gepaart mit einer ungewöhnlichen persönlichen Tapferkeit [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Unter den zahllosen Helden aus der Zeit der Tiroler Freiheitskämpfe stand Josef Speckbacher mit unter den ersten. Ja, was Kühnheit, rasche Erfassung der Lage und der zu treffenden Maßnahmen sowie Schlauheit anbelangt, suchte er seinesgleichen. In ihm steckten in Wahrheit Gaben, die einem richtiggehenden Feldherrn alle Ehre gemacht hätten, gepaart mit einer ungewöhnlichen persönlichen Tapferkeit und Kraft.</p>
<p>In der großartigen Natur des Gnadenwaldes wuchs dieser Held in ärmlichen Verhältnissen einer kinderreichen Kleinbauernfamilie zu St. Martin heran. Der Vater musste sich ordentlich schinden und abraggern, um die hungrigen Mägen seiner acht Kinder halbwegs zu füllen. Mit der Schulbildung des jungen Josef stand es nicht am besten, und erst in späteren Jahren musste er sich die nötigen Kenntnisse im Lesen und Schreiben aneignen. Noch als Knabe verlor er seine Eltern und musste nun trachten, sich durchs Leben zu bringen: Er besorgte durch Jahre hindurch das Geschäft eines Hirten und hatte so frühzeitig Gelegenheit, die Gegend kennenzulernen und über allerlei Dinge nachzudenken. Früh erwachte in ihm auch jene Leidenschaft, die man in Tirol auch heute noch antreffen kann, der unwiderstehliche Drang zum Wildern.</p>
<p>Herangewachsen, überragte Speckbacher die jungen Leute seiner Heimat und einer weiten Umgebung durch seine körperlichen und geistigen Vorzüge. Hoch und schlank gewachsen, ausgestattet mit feurigem Adlerblick und kühn geschwungener Adlernase, war er als der beste Robler weitum bekannt und als Wilderer gefürchtet. Gerade sein Hang zum Wildem führte ihn in die abgelegensten Teile des Hochgebirges hinein und verschaffte ihm Ortskenntnisse, die er später so unvergleichlich auch zu nützen verstand; diese Beschäftigung entwickelte in ihm auch die unerhörte Kühnheit. Mit 27 Jahren begründete Speckbacher durch die Heirat mit einer Bäuerin aus Rinn seinen eigenen Hausstand in diesem lieblich gelegenen Dorf. Durch seine Tüchtigkeit gewann sich der neue Bürger gar bald die Zuneigung und das Vertrauen der Gemeinde; auch der Umstand, dass Speckbacher die Stelle eines Aufsehers in der Sahne zu Hall versah, festigte seine wirtschaftliche Stellung. Da kamen die Stürme der Freiheitskriege, und in ihnen erglänzte der Mann von Rinn in besonders strahlendem Lichte: da konnte er seinem Vaterlande unschätzbare Dienste erweisen. Auf den Höhen von Spinges erhielt unser Held unter dem Kommando des Hauptmanns von Wörndle seine Feuertaufe. Im Jahre 1805 lernte er den Sandwirt gelegentlich eines Pferdemarktes in Sterzing kennen. In den nun folgenden Jahren der bayrischen Herrschaft zählte Speckbacher zu den eifrigsten Patrioten, und im Jahre 1809 war er der hervorragendste Waffengefährte des Sandwirtes.</p>
<p>Trotz allem Ungemach, das über das Land hereingebrochen war, verlor Speckbacher den Kopf nicht. Mit Hofer überdachte er den Gegenschlag gegen die Feinde und brachte ihn auch zur Ausführung in jenen berühmten Maitagen, da feindlicher Übermut sich an den Hängen des Bergisels unter dem Ansturm der von Hofer, Speckbacher und Haspinger geführten bäuerlichen Sturmscharen brach.</p>
<p>In den Augusttagen war Speckbacher in der Sachsenklemme, bei der Verfolgung der zurückflutenden Truppen des Feindes über den Brenner, endlich wieder als Kommandant des rechten Tiroler Flügels in der Bergiselschlacht hervorragend vertreten. Als dann in der zweiten Oktoberhälfte abermals eine noch größere feindliche Armee in unsere Berge einrückte, da stellte sich ihr Speckbacher mit geringer Macht bei Mellek nördlich vom Pass Strub entgegen und focht mit der Tapferkeit des Löwen, obwohl er gleich zu Beginn des Kampfes von allen Seiten umschlossen war; bereits blutete der Held aus mehreren Wunden und war schon von den Feinden, am Boden liegend, umringt; da entriss er sich in geradezu übermenschlicher Anstrengung den ihn umklammernden Feinden.</p>
<p>Speckbacher focht auch in der Bergiselschlacht am Allerheiligentag wieder als Führer des rechten Flügels; aber seine Erfolge konnten die allgemeine Niederlage nicht mehr aufhalten. Auch in den nun folgenden trüben Novembertagen hielt Speckbacher treu an Hofers Seite aus, bis er endlich unter dem Eindruck der allgemeinen Niederlage flüchten musste. Ein Preis von 700 Gulden sollte den Feinden den &#8222;Feuerteufel&#8220; in die Hände liefern. Wie ein Wild gehetzt, musste Speckbacher von Sennhütte zu Sennhütte. Wegen des tiefen Schnees konnte Speckbacher an eine Flucht nach Österreich nicht denken. Fortwährend musste er seinen Aufenthaltsort wechseln. Durch Wochen musste er sich in einer Felsenkluft bei grimmiger Kälte und sehr spärlicher Nahrung aufhalten, da geriet er auch noch in eine Schneelawine; sie riss ihn in eine Schlucht hinunter. Mit verrenktem Hüftbein schleppte sich Speckbacher in siebenstündigem Marsch zu einem vertrauten Bauern, von wo man ihn heimlich auf seinen Hof in Judenstein brachte, hier verbrachte er wieder Wochen in der Düngergrube seines Kuhstalles; nicht einmal seine Familie durfte von dem Versteck des Helden wissen, das ihm der treue Knecht Zoppel bereitete; noch weniger aber hatten die in Speckbachers Haus einquartierten bayrischen Soldaten eine Ahnung davon, wie nahe der von ihnen gesuchte Feuerteufel ihnen sei. Endlich nach dem Abzug der feindlichen Truppen aus seinem Haus machte sich Speckbacher auf den Weg nach Österreich, wo er beim Kaiser freundliche Aufnahme fand.</p>
<p>Vom Kaiser mehrfach ausgezeichnet und zum Major ernannt, wartete Speckbacher sehnsüchtig auf den Tag, an dem Tirol 1814 wieder zu Österreich kam und kehrte sofort in die Heimat zurück. Seine Verdienste um die Befreiung des Landes fanden allseitige Anerkennung. Der Kaiser gewährte ihm eine Jahrespension von 1000 Gulden und ließ ihm 1815 vom Kreishauptmann in der Pfarrkirche zu Schwaz eine goldene Medaille und Kette überreichen. Der k. k. Professor an der Oberrealschule zu Innsbruck Ernst Kiechl berichtet uns 1912 in der Jahrhundertgabe für das Volk &#8222;Anno Neun&#8220; im Band über &#8222;Speckbacher&#8220; weiter:</p>
<p>Nur mehr zu freudigen Gelegenheiten zog Speckbacher seinen Säbel. Im Oktober des Jahres 1816 reiste Kaiser Franz nach Italien. Während seines Aufenthaltes in Innsbruck, den die treuen Tiroler so festlich als möglich gestalteten, führte Speckbacher dem Monarchen ein Aufgebot von 10.000 Schützen vor. Vor all diesen Tausenden von braven Tirolern wurde Speckbacher vom Kaiser geehrt. In huldvollster Weise belobte er ihn ob seines Mutes und seiner Tapferkeit. Und noch einmal, ein Jahr später, als der Kaiser zur Entgegennehme der Huldigung Tirols nach Innsbruck kam, führte Speckbacher das Oberkommando über die ausgerückten Schützen.</p>
<p>Den schier eisernen Mann hatten die Verwundung bei Mellek und die weiteren Schicksalsschläge körperlich und geistig gebrochen. So gerne er arbeitete, so energisch er die Bewirtschaftung seines Gutes wieder in die Hand genommen hatte, er konnte der schweren Arbeit eines Landmannes nicht mehr nachkommen. Er verkaufte deshalb sein Gut und zog mit Gattin und Kindern nach Hall.</p>
<p>Jahre der Ruhe und Zufriedenheit lebte noch der wackere Mann im Kreise seiner Familie, aber es waren nicht mehr viele Jahre, die das Schicksal ihm beschieden hatte. Eine tückische Nierenkrankheit, die die Ärzte auf die bei Mellek erhaltenen Kolbenstöße zurückführten, beendete sein Leben am 28. März des Jahres 1820. Der Mann von Rinn, der Bauernführer, fand eine allzeit dankbare Nachwelt. Das beweist die übergroße Zahl von Trauergästen, die ihm das letzte Geleit zum Friedhof von St. Nikolaus in Hall gab, das beweist die bewundernd ergebene Jetztzeit.</p>
<p>Seine Ruhestätte ward dem Helden zunächst an der Pfarrkirche zu Hall. Der Denkstein dortselbst führte folgende Inschrift:</p>
<p>Im Kriege wild, doch menschlich auch, Im Frieden still und den Gesetzen treu, War er als Krieger, Untertan und Mensch, Der Ehre und der Liebe wert.</p>
<p>1858 wurden über Anordnung Kaiser Franz Josephs die Gebeine des Helden exhumiert und an der Seite Andreas Hofers in der Hofkirche zu Innsbruck beigesetzt. Die ursprüngliche Inschrift, die inzwischen entfernt wurde, da für alle Freiheitskämpfer eine einheitliche Marmortafel angebracht wurde, hatte folgenden Wortlaut:</p>
<p>Josef Speckbacher k. k. Landesschützen-Major</p>
<p>geb. im Gnadenwald 13. Juli 1767<br />
gest. zu Hall 28. März 1820</p>
<p>unter den treuen Kämpfern des Jahres 1809 hervorragend durch rastlose Tapferkeit. Die Gnade des Kaisers Franz Joseph I. gab ihm eine ehrende Ruhestätte bei seinen Kampfgenossen Hofer und Haspinger.</p>
<p>Das Andenken an den ruhmreichen Helden pflegen in erster Linie die Speckbacher-Schützenkompanien im Bezirk Hall.</p>
]]></content:encoded>
					
		
		
			</item>
		<item>
		<title>Johann Jakob Stainer (1755-1826)</title>
		<link>https://schuetzenpalaver.tirol/johann-jakob-stainer/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lt. Michael Gollner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2021 17:16:41 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freiheitskämpfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Von Lisi Konrad Johann Jakob Stainer wurde am 10. Juni 1755 in Waidring geboren. Wie sein Vater Simon Thaddäus Stainer war Jakob Stainer Postmeister. Bekannt wurde er durch sein Organisationstalent in den Kriegsjahren 1796-1814. 1799 wurde ihm bei der Einteilung der Kompanien des Gerichts Kitzbühel, neben Pfleger Josef Kaisermann und Hörwarter, die Stelle des 2. [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Von Lisi Konrad</p>
<p>Johann Jakob Stainer wurde am 10. Juni 1755 in Waidring geboren. Wie sein Vater Simon Thaddäus Stainer war Jakob Stainer Postmeister.</p>
<p>Bekannt wurde er durch sein Organisationstalent in den Kriegsjahren 1796-1814. 1799 wurde ihm bei der Einteilung der Kompanien des Gerichts Kitzbühel, neben Pfleger Josef Kaisermann und Hörwarter, die Stelle des 2. Landsturmmajors übertragen. Im Jahre 1800, als Napoleon Bonaparte abermals versuchte Österreich anzugreifen, rüstete sich das Länderaufgebot von Tirol, um die Grenzpässe abzusichern. Moreau gewann die Schlacht bei Hohenlinden und rückte weiter gegen Salzburg vor. Der Generalmajor Marquis de Chasteler veranlasste sofort die Besetzung der salzburgischen Pässe und bestellte das Aufgebot der Kitzbühler Gerichte. Inzwischen wurde das Pinzgau von Pfleger Sonnenburg von Lofer und Hauptmann Strucker informiert. &#8222;Die Stand- und Dislokationsliste der sechs Landsturmkompanien des Gerichtes Kitzbühel ( &#8230; ) führt 898 Mann an, von denen nur 561 mit Feuergewehren bewaffnet waren; diese Mannschaften standen bei Ebbs, Wildbühel, Erl und Niederndorf. Als erster und zweiter Oberkommandant sind darauf angeführt Stainer und Hörwarter (&#8230; )&#8220; (Wörndle 1908, S. 31). Das unglückliche Treffen der kaiserlichen Armee am 13. und 14. Dezember 1800 in Saalach erforderte eine sofortige Verschiebung der Streitkräfte zum Pass Strub, in dessen Vordefileen (Schneitzlreit und Bodensbühel) nur 400 Mann standen. Am 15. Dezember ritt Major Stainer persönlich nach Lofer, um die nötigen Instruktionen zu holen. Zwei Tage später kehrte er mit drei Kompanien (254 Mann) nach Unken (Ort) zurück und es kam zu den ersten Vorpostengefechten. Hitziger wurde es aber am nächsten Tag, als die Franzosen die Wegscheid besetzten. Stainers Kompanien stießen in Schneitzlreit und am Bodensbühel mit dem Feind zusammen und warfen ihn mit &#8222;Stutzenfeuer&#8220; zurück.</p>
<p>Am 19. Dezember folgte die nächste blutige Schlacht. Die Schützen, unter der Führung Struckers und Reischers, stellten sich einer Horde plündernder Franzosen in den Weg und erschossen oder erschlugen sie, den Rest schlugen sie in die Flucht. &#8222;Stainer war an diesem Tage von FML. Freiherrn v. Holler, der mit Marquis de Chasteler nach Lofer gekommen, beauftragt worden, in das Pinzgau zurückzureiten, um mittels strengster Befehle und Drohungen vom kaiserlichen Generalkommando in Innsbruck alle geistlichen und weltlichen Obrigkeiten zur tätigsten Mitwirkung zu verpflichten. &#8220; (ebd. 1908, S.32). Am 21. Dezember waren weitere Kompanien von Waidring und St. Johann in die Vorpostenlinie eingerückt, sodass der feindliche Vorstoß leicht zurückgewiesen werden konnte. Nach zweitägiger Ruhe griffen die Franzosen am frühen Morgen des Heiligen Abends mit 2.500 Mann an. Die Landesverteidigung der Tiroler bestand aus 17 Kompanien, unterstützt durch eine kleine Zahl von Militär und einem Geschütz. Acht Stunden dauerte der ungleiche Kampf, da die Franzosen wesentlich besser ausgerüstet waren, dennoch verzeichnete auch der Feind 300 Tote und 200 Verwundete, und konnte in die Flucht getrieben werden. Major Stainer hatte an diesem Tag die Reservetruppen im Steinpass befehligt.</p>
<p>Besonders tapferen Schützen stellte Stainer noch persönlich Atteste aus, und als der Friede bekannt wurde, zogen die Schützen und Landstürmer zur Danksagung nach Maria Kirchental. Auf einer Gedenktafel gaben Stainer und dessen Kampfgefährten ihren Dank für die Rettung des Vaterlandes Ausdruck.</p>
<p>1804 beteiligte er sich fleißig an der Einführung der Landmiliz in seinem Gerichtssprengel. Man musste vorsorgen, denn schon das Jahr 1805 brachte eine neue Kriegsgefahr mit sich. Von Scharnitz her versuchte Marschall Ney, in Tirol einzubrechen, um gemeinsam mit der Division Deroy die Armee Erzherzog Johanns aus dem Bergland zu vertreiben. Vorerst gelang dies auch, und sie drängten bis zum Bodensbühel vor, aber am 2. und 3. November wurden 10.000 Streiter von 2.300 Landesverteidiger in Strub nach 24-stündigem Kampf zurückgeworfen. Die Ortschaften Unten und Lofer wurden dabei vollständig geplündert. Von Waidring einwärts nach Tirol herrschte große Angst und Schrecken unter den Bewohnern. Über Major Stainers Anteilnahme an den Kämpfen ist sehr wenig bekannt, dass er aber dennoch tätig war, beweisen die Aufzeichnungen vom Schriftführer der Waidringer Kompanie, Leonard Willinger, von 1805. Weiters bezeugen dies die zwei Schreiben des Pflegers von Kitzbühel an Stainer, in welchen er im ernsten Schreiben über den Einbruch in Scharnitz informiert wurde, und aus dem zweiten ging hervor, dass er informiert wurde über die Bedrohung der Hauptstadt Innsbruck, und dass die Feinde von dort ins Unterinntal vordringen wollten. Stainer hatte die Aufgaben, den Landsturm wieder aufzubieten und gegen die Feinde einzugreifen. 1806 gründete Stainer den k.k. priv. Gemeinde-Schießstand in Waidring, &#8222;(&#8230; ) ein Beweis, dass Stainer die Bedeutung des Schützenwesens zu würdigen wusste. &#8220; ( ebd. 1908, S.40). Auch 1809 war Stainer im Namen des Landes Tirol tätig. Schon Ende April dieses Jahres vermutete man, daß die Feinde von Salzburg herrücken würden. Stainer hatte die Aufgabe, die geringe kaiserliche Besatzung bei Strub zu verstärken. Allmählich erhielt er Verstärkung von Kitzbühel unter Josef Hechenberger und von den Jochbergern und Aurachern unter der Führung von Anton Oppacher. Aber es waren zu wenige, und Stainer schickte Boten aus, um noch mehr Hilfskräfte zu bekommen. Aber überall wurden die Schützen gebraucht und deshalb trafen erst nach ein paar Tagen die Kompanien von Schwaz, von Vomp und von Urbar Waidring ein. Unglücklicherweise musste Stainer einen Teil der Schützen der Nebenpositionen in Kitzbühel und am Pass Luftenstein einsetzen. Weiters konnte Stainer von den Salzburgern keine Hilfe erwarten, da er aus einem Schreiben erfuhr, dass sie den Posten Hirschbühel nicht mehr länger halten konnten, da es an Geld und Mundvorrat fehlte. Hingegen passierte in Tirol alles Denkliche: das K.K.-Bergwerksamt Kitzbühel sowie das Bergwesendirektorium in Schwaz unterstützten Hilfskompanien mit Geld und Lebensmitteln.</p>
<p>Die Lage wurde zunehmend gefährlicher und aus einem Schreiben am 7. Mai von Roschmann an Stainer geht hervor, dass der Feind bald den Pass Strub angreifen würde, und es sei äußerste Vorsicht geboten, da der Feind möglicherweise von allen Seiten angreifen könnte.</p>
<p>Der Feind ließ wirklich nicht auf sich warten: Am 11. Mai stand er mit 8.-9.000 Streitern, 800 Pferden und 12 Geschützen vor dem Pass Strub. Was dort geschah berichtete ein Augenzeuge:</p>
<p>&#8222;Ein schrecklicher Tag für Lofer! Um 6 Uhr des Morgens redirierten die Kaiserlichen und die Tiroler mit saftiger Eile nach dem Pass Strub. Zwei Kanonenschüsse geschehen am Hochgastage eine kleine 4 tl Stunde von Lofer. Der Wirbel der Trommeln begann und mit einem fürchterlichen Avances, Avances stürmten die bayrischen Truppen mit gefällten Bajonette im Dubblirschritte durch den Markt und hin gegen Strub und Luftenstein &#8211; über die Loferalpe und Faistau, über die Aschau und den Mairberg, kurz auf allen Seiten her zogen die Truppen; der ganze Markt, die Felder und Auen gegen den Strub und St. Martin waren angefüllt, hoch auf den Bergen sah man Helme und Musketen blitzen. &#8220; (ebd. 1908, S.50). Die Kämpfe waren erbittert, die Luft war erfüllt von Rauch und Pulverdampf und natürlich vom Knallen der Stutzen. Der Pass hielt sich um 1 Uhr noch sehr gut, hingegen loderten die Flammen schon über den Markt. Um halb 3 Uhr morgens überstiegen bayrische Truppen auf der Nordseite den Pass Strub und feuerten von der Seite auf die Tiroler &#8211; die Tiroler mussten fliehen und der Pass fiel.</p>
<p>Am 12. Mai 1809 beginnen um 4 Uhr morgens die Unruhen von Neuem. Pass Luftenstein kann sich noch halten, unaufhörlich fahren die Franzosen mit ihren Plünderungen in den Dörfern fort. Als sie in Lofer eine alte Schützenfahne finden, droht Lofer die Einäscherung, nur mit Mühe kann um Gnade gebeten werden. Am 13. Mai 1809, nach neunstündigem Kampf, bei dem die Bayern 2.000 Mann verloren hatten &#8211; die Tiroler nur 87 &#8211; nachdem Strub gefallen war, schossen die Feinde in unser Land. Sie kannten keine Gnade. Nachdem das Pass-Wirtshaus und das Mutter- Anna-Kirchlein niedergebrannt worden waren, wurde Waidring, die Heimat Stainers, das erste Opfer der &#8222;modernen Vandalen&#8220;. Sie plünderten und mordeten. Das Gasthaus zur Post wurde verschont, da es den Offizieren als Quartier diente, aber viele der anderen Häuser wurden niedergebrannt. (Der Ausweis für Vergütung an Brand und Raubschäden in Waidring betrug für 27 Parteien 2.932 fl. 21 kr., wovon Postmeister Stainer allein 872f1.11kr. erhielt.) Erst nach 2 Wochen gelang es durch Bemühungen einzelner, voran der Posthalter, die Spuren allmählich verschwinden zu lassen.</p>
<p>&#8222;Neue Feindeslast folgte im Spätherbst d. J. und die Dörfer im Leukentale wurden neuerdings empfindlich getroffen, indessen kam es in dieser Gegend zu keinem Kampfe mehr und der Friedensschluß von Schönbrunn überlieferte Tirol an die Krone Bayerns. &#8220; (ebd., S. 62)</p>
<p>Jahre der Unterdrückung folgten und die bayrischen Beamten wussten, dass es keinen besonderen Anstoß brauchte, um die &#8222;Rebellion&#8220; wieder in Flammen zu setzen. Aber dem beugten die Bayern vor, und so begann 1812 die bayrische Razzia nach den Führern des Volkes. &#8220; Auch Major Stainer stand auf der Proskriptionsliste und gleich andere Wintersteller&#8217;schen Offizieren ward auch er 1813 aufgegriffen, als Geisel nach München geschleppt und schließlich in Ingolstadt eingekerkert: der beste Beweis, daß man seiner österreichisch-patriotischen Gesinnung nicht traute und seine Bedeutung für den Fall eines abermaligen Aufstandes in Tirol &#8222;zu würdigen wusste&#8220;. (ebd., S.62)</p>
<p>Erst durch den deutschen Freiheitskampf wurde er freigelassen und kehrte am 9. Oktober 1813 nach Waidring zurück. Die letzten 13 Jahre seines Lebens verbrachte er für seine Gemeinde wirkend in Waidring. Am 26. Mai 1826 verstarb der Patriot an Lungenkrampf und hinzugetretener Wassersucht im Alter von 71 Jahren.</p>
<p>Am östlichen Eingang des Dorfes Waidring erinnert uns eine Denksäule an die Tapferkeit des Postmeisters Johann Jakob Stainer.</p>
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		<title>Anton  Dominikus Aschacher (1782-1814)</title>
		<link>https://schuetzenpalaver.tirol/major-anton-dominikus-aschacher/</link>
		
		<dc:creator><![CDATA[Lt. Michael Gollner]]></dc:creator>
		<pubDate>Wed, 28 Jul 2021 17:15:40 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Freiheitskämpfer]]></category>
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					<description><![CDATA[Anton Dominikus Aschbacher wurde am 14. Oktober 1782 am Achensee geboren. Sein Vater war dort Zolleinnehmer und Schützenhauptmann. Anton erhielt eine für die damalige Zeit einmalige Erziehung. Er besuchte das Gymnasium in Tegernsee und Zell und absolvierte die Philosophie in Salzburg. Als Achtzehnjähriger war er bereits Fähnrich der Achentaler Schützen und kämpfte bei Tegernsee. 1809 [&#8230;]]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<p>Anton Dominikus Aschbacher wurde am 14. Oktober 1782 am Achensee geboren. Sein Vater war dort Zolleinnehmer und Schützenhauptmann. Anton erhielt eine für die damalige Zeit einmalige Erziehung. Er besuchte das Gymnasium in Tegernsee und Zell und absolvierte die Philosophie in Salzburg. Als Achtzehnjähriger war er bereits Fähnrich der Achentaler Schützen und kämpfte bei Tegernsee. 1809 war er Hauptmann und kämpfte im Achental, bei Jenbach und am Berg Isel.</p>
<p>Ende Juli 1809 begab er sich zum Kaiser nach Wien. Seine Rückreise war, zumal er kaiserliche Depeschen bei sich trug, mit den größten Gefahren verbunden. Bei der Ankunft in der Heimat fand Aschbacher das väterliche Haus zusammen mit einigen Nachbarhäusern niedergebrannt. Nachdem durch den Frieden das Schicksal Tirols besiegelt war, flüchtete Aschbacher nach Wien. Er erhielt vom Kaiser eine Pension von 800 Gulden und kehrte endlich, durch einen Pass des Vizekönigs von Italien gedeckt, in die Heimat zurück. 1813 stand seine Verhaftung unmittelbar bevor. Aschbacher hatte nicht nachgelassen, für die Freiheit Tirols zu wirken. Er rettete sich nach Österreich und zog 1814 mit der Armee als k.k. Major nach Frankreich. Dort starb er am 12. März 1814 in Langres auf eine ungeklärte, geheimnisvolle Art. Nach ungesicherten Quellen soll er vergiftet worden sein.</p>
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